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Der amtliche Seewetterbericht für Montag, den 12.7. schliesst sinngemäß mit folgenden Worten:
"Bleibt man alle lieber Zuhause, könnte ungemütlich werden!"
Der gebürtige Insulaner, vom Wetter eigentlich immer völlig unbeeindruckt, denkt sich:" Ach guck mal wie die ganzen Hobbysegler wegen der einen kleinen Gewitterwolke nervös durch den Hafen laufen... Gab wohl wieder was spannendes im Seewetterbericht...!"
Der Verfasser (das bin ich) soll ja so manches Mal in der Informationsgewinnung- und weiterleitung auch nicht der allerschnellste gewesen sein (trotzdem ist er natürlich blitzgescheit und in der Meteorologie ein ausgewiesener Fachmann) und so denkt er sich auch dieses Mal nichts schlimmes bei der kleinen dunkeln Wolke.
Gewitter zieht immer gegen den Wind auf und dann zieht es sowieso meistens doch eh vorbei und andere ähnlich wertvolle Surferweisheiten. Ausserdem steht mein Cabrio ohne Dach auf der Fähre und falls es wirklich regnen sollte, dann ist es auch schnell wieder vorbei, und überhaupt, es ist Hochsommer, was sollen diese ganzen doofen Gedanken?
Weil aber ja nunmal eben Sommer ist, ist ein Besuch beim Boot unumgänglich!
Schnell eben den Tank wieder aufgefüllt damit man jederzeit seiner verdammten Pflicht nachkommen und eine Horde Kaninchen auf Juist aussetzen kann und dann einen kurzen Abstecher zum Kollegen Stöckmann gemacht, der mit seinem Segelboot und Familie nur knapp 150m entfernt an einem anderen Steeg liegt. Kurzer Kaffee, kurzer Schlauschnack und dann kommt mir plötzlich der grüne Himmel doch irgendwie komisch vor. Ich habe auf der Insel schon das Nordlicht gesehen, war schon im Meeresleuchten schwimmen, aber selbst die Altvorderen haben noch nie so einen dunkelgrünen Himmel gesehen.
Spätestens jetzt war mir dann auch mir endgültig klar, dass es eine absolute Sensation darstellen würde, wenn das Gewitter doch noch vorbeiziehen würde!
Leider war die Persenning von unserem Boot runter, sodass ich meinen Kollegen bat mir schnell zu helfen, damit wir nicht peinlicherweise die einzigen Deppen sind, die im Hafen Schiffbruch erleiden.
Zwar hatten wir das kleine Boot gerade noch retten können, aber dann wurde es plötzlich nachtschwarz und Platzregen setzte ein. Am Himmel waren nicht einfach hier und da mal ein Blitz, sondern ein regelrechtes Stroboskopgewitter tobte sich aus. In dieser nicht ganz angenehmen Situation, 3m Sichtweite, Platzregen und heftigstes Gewitter, entschieden wir uns für den sehr intelligenten Weg über den unter Wasser stehenden und mittlerweile schaukelnden Steeg vorbei an hunderten der besten Blitzableiter die man sich wünschen kann (die Masten der anderen Segelboote). Hardcore Vibes! Na ja, nützt ja nix!
Auf jeden Fall haben wir spaßeshalber Kanal 16, dass ist der Seenotfunk Kanal, eingeschaltet. Allerdings war der Spaß nach einem kurzen Augenblick schon wieder vorbei. Wir bekamen mit, wie eine kleine Segelyacht vor Baltrum Mayday funkte und wie die Leitstelle der Seenotretter mehrfach versuchte den genauen Funkrufnamen und andere relativ belanglose Dinge herauszubekommen anstatt nur nach der ungefähren Position zu fragen und Hilfe loszuschicken.
Man muss sich mal vorstellen, man sitzt im dicksten Gewitter der Welt auf einer Schönwettersegelyacht und konnte bei gutem Wetter so gerade noch Baltrum erkennen, an Board sind ca 3- 4 betrunkene Krankenschwestern, die Maschine will nicht mehr laufen weil ungefähr 1m Wasser im Boot und der Motor sich irgendwie nicht vertragen wollen.
Draussen im Sturm an der Pinne stehend bekommt man dann endlich jemanden an das Funkgerät und dann fragt der Typ fragt einfach nur immer wieder nach dem Namen des Bootes... klasse!
Als sich dann die Jungs vom Seenotkreuzer nach ca 10min auf den Weg machen, dabei sollen die doch angeblich immer den Funk mithören, bekommt der gute Mann auf seinem kleinen Segelschiff endlich die frohe Botschaft verkündet:" Hilfe ist in ca 30min da und guten Mut!"
Vielleicht war das nicht gerade der beste Tag der seefahrenden Kollegen, aber irgendwie haben wir uns deren Arbeitsauffassung dann doch irgendwie anders vorgestellt... "Guten Mut" allerdings werden wir vielleicht demnächst auch mal ausprobieren!
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